PETER FISCHER-VON INS, KINESIOLOGE IKBS

Kinesiologie Biel » Muskeltest 1

Der Muskeltest

Teil 1: Das Testen der Muskeln ist ein vielschichtiges Vorgehen

Das Muskeltesten an und für sich ist eine mechanische Fertigkeit, die mit Übung von jedermann erlernt werden kann. Beispiel eines Muskeltests (Deltoideus anterior): Der Klient streckt den linken oder den rechten Arm auf Schulterhöhe rechtwinklig zum Körper nach vorne und senkt ihn danach um ca. 30 Grad nach unten. Dies ist die Ausgangsstellung. Ich zeige, welche Bewegungsrichtung der Muskel unter dem ausgeübten Druck einnehmen wird, und fordere den Klienten auf, gelassen und unverkrampft dem Druck beim Ausführen des Test zu widerstehen. Ich drücke oberhalb des Handgelenks mit langsam zunehmender Kraft nach unten. Wenn der Muskel aufgrund des zunehmenden Drucks innerhalb von zwei Sekunden „einrastet“, so dass er ohne besondere Anstrengung genügend Gegendruck erzeugt (er fühlt sich auch nicht schwammig oder zittrig an oder bewegt sich unter dem Druck ganz nach unten) befindet sich der Meridian, zu dem der Muskel zugeordnert ist, in einem energetischen Gleichgewicht. Der Klient entscheidet aufgrund seiner Wahrnehmung, ob der Muskel ruhig und gelassen Gegendruck gibt oder ob er dem Druck nicht adäquat standhält. Wird mit dem Muskeltest beabsichtigt, unverarbeiteten Stress zu lokalisieren, indem der Klient seine Erinnerung an ein schwieriges Erlebnis aktiviert und gleichzeitig der Muskeltest angewendet wird, bedeutet oben geschilderte Muskelreaktion, dass die Erinnerung keinen Stress mehr auslöst. Nimmt der Klient die Muskelreaktion zu wenig deutlich wahr, wird der Test wiederholt, bis sich eine klare Wahrnehmung ergibt. Ich als Kinesiologe nehme die Muskelreaktion beim Klienten auch wahr. Nicht meine Wahrnehmung, sondern die des Klienten ist massgebend für die Interpretation der Muskelreaktion.

  • Die nicht-medizinische Kinesiologie benutzt die Muskelreaktion, um zu prüfen, ob ein Energiegleichgewicht oder -ungleichgewicht in bestimmten Meridianen besteht (Informationen zum Energiegleichgewicht und Meridianen finden Sie hier). Sie geht davon aus, dass Muskeln eine Verbindung zum Meridiansystem haben indem jeder Muskel einem Meridian zugeordnet ist.
  • Schwere Lebenserfahrungen hinterlassen Spuren, die sich noch Jahre später in Form von Stressreaktionen manifestieren. Unverarbeitete Stresserlebnisse absorbieren viel Energie. Der Muskeltest dient in der Kinesiologie als Indikator von unverarbeitetem, Energie absorbierendem Stress oder von Stress, der ein in naher Zukunft liegendes Ereignis auslöst
  • Manche Menschen haben eine ausgeprägte Körperwahrnehmung, eine Feinfühligkeit für ihre Energie und körperliche Verfassung, während andere nur Schmerzen als Signale des Körpers wahrnehmen. Wiederholtes Testen der Muskeln fördert die Selbstwahrnehmung
  • Das Zusammenspiel und die Kommunikation zwischen mir als Kinesiologe und dem Klienten ist von grosser Bedeutung. Ein wichtiges Element der ersten kinesiologischen Arbeitsstunde besteht darin, dass ich den Klienten mit dem Muskeltest vertraut mache. Er soll Sicherheit in der Interpretation der Körperwahrnehmungen beim Testen erlangen. Manipulatives Verhalten – sei es beim Druckgeben auf den Muskel oder in der Kommunikation – ist nicht nur ein massiver Kunstfehler, sondern widerspricht den ethischen Regeln der Kinesiologie.

http://www.svnmk.ch/html/ethik.html  Ethische Richtlinien des SVNMK

 

Weiter: Der Muskeltest, Teil 2

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